|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
|
|
|
Aufgepasst NEU !!!
INFORMATIONEN DER GEMEINDE BOBOLICE bitte hier oben drücken!
Spaziergänge durch Bublitz
Bublitz war bis 1932 Kreisstadt, mit Kreishaus, Kreissparkasse und Amtsgericht, das zunächst in der Langen Straße untergebracht war und 1932 in das Kreishaus umzog. Markantestes Bauwerk der Stadt war die Kirche St. Johannis, unweit vom Rathaus und von der Post, zum Markt hin gelegen.
Der Markt Quadratisch konzipiert und in Nord-Süd-Richtung (geographisch genau Nordost-Südwest-) gelegen, bildete der Markt den Mittelpunkt des städtischen Lebens. Die Jugend flanierte auf der sonnenbeschienenen Nordseite, der sogenannten Rennbahn. Gegenüber der Kirche und dem Kriegerdenkmal stand das Denkmal von Wilhelm 1.
Die Poststraße — Kösliner Straße/Klingteich — Krankenhaus Alter Friedhof — Bahnhofsberg — Oberstadt — Lange Straße —Markt Die Poststraße, die im III. Reich Günther-Roß-Straße genannt wurde, war neben dem Markt ein städtischer Schwerpunkt. Die Straße war breit angelegt, und so schien die Sonne genau in sie hinein. Durch die Kösliner Straße, vorbei am Klingteich, kamen die Bublitzer in die Krankenhausstraße, mit dem Krankenhaus rechts und dem Alten Friedhof links. Der Rückweg konnte wieder am Klingteich vorbei und durch die Klingteichgasse zum Fuße des Bahnhofsberges und dann in die Oberstadt und in die Porster Straße genommen werden. Von dort aus verlief ein Weg zur Schnackenburg und in die Lange Straße, die im III. Reich in die Curt-Kreth Straße umbenannt worden war. Zurück zum Markt konnte der Spaziergänger bei Neitzel in der Curt-Kreth-Straße einkehren, um den Durst zu löschen, auch am Markt im Hotel Köhler oder im Cafe Kleinschmidt.
Neue Mühlenstraße — Burgwall — Schützenhaus —Viehmarkt — Neustettiner Straße — Markt Dieser Rundweg vom Markt aus führte durch die Alte Mühlen-straße in die Neue Mühlenstraße, in die Burgwallstraße und dort auf den Burgwall mit Schützenhaus, Schießstand und Jahn-Sportplatz. Der Rückweg konnte durch die Bärwalder Straße zum Bachtor, weiter zur Neustettiner Straße und linksrum zum Markt verlaufen. Im Gästezimmer von Carl Seydel in der Neustettiner Straße konnten Durstlöscher eingenommen werden, mit Spirituosen aus der Seydelschen Fabrik zur Verstärkung von Bier und Saft.
Landbauschule — Bahnhöfe —Ev.-Luther. Kirche —A lleestraße Der Weg zu den Bahnhöfen begann am Markt, führte durch die Poststraße, den Bahnhofsberg hinauf, oben an der links gelegenen Landbauschule vorbei, durch die Lindenstraße, Alleestraße und Bahnhofstraße. In der Bahnhofstraße war rechts vor den Bahnhöfen 1935 die Katholische Kapelle errichtet worden. Ortskundige Jungen kürzten den Rückweg ab, indem sie von der Bahnhofstraße von hinten Klemms‘s Grundstück erreichten, vorne bei Klemms rauskamen und durch die Oberstadt und die Bergstraße zum Markt an der Ecke von Gross gelangten. Das Hotel von Gross galt als Haus der gehobenen Gastronomie.
Gozelquelle und Völkerviersee, Wuhrberg Die rund 3 km von Bublitz entfernte Gozelquelle war für alle Bublitzer ein Ort der Freude und Erbauung und ein Treffpunkt für Familien und Freunde. Das Restaurant Gozelquelle lud ein, um drinnen im kühlen Schatten oder draußen im sonnigen Garten Getränke zu genießen. Für Kinder gab es z. B. die köstliche Waldmeisterbrause. Vom Restaurant führte der Weg ca. 500 m weit durch den schattigen Wald zum Völkerviersee, den man schon beim Anmarsch durch die Baumstämme glitzern sah. Es kamen Familien, Vereine und die Schulen, nur zum Baden oder auch zu Wettkämpfen. Im Sommer marschierten die Schulklassen blumengeschmückt, mit Marschmusik und Gesang zum Waldfest auf die große Waldwiese, zum Sackhüpfen, Eierlaufen und zu anderen Wettkämpfen. Viele Bublitzer schlossen sich dem Zug an, aus Freude an dem Treiben ihrer Kinder oder aus Interesse an dem Fest mit seinen diversen Angeboten. Auf der Festwiese standen Buden, in denen Süßigkeiten angeboten wurden, z. B. die leckeren Steinpflaster und Schokoladenherzen der Familie Prinz. Abends konnten die Erwachsenen nach dem Abmarsch der Kinder noch zurückbleiben, um zu feiern und zu tanzen. Etwas weiter weg von Bublitz (ca.14 km) war der Wuhrberg zwischen Virchow- und Gr. Stüdnitzsee bei Drensch, mit der schönen neuen Jugendherberge und dem Badestrand. Fahrräder waren für den längeren Weg angeraten oder für Familien mit Kleinkindern ein Auto, das damals kaum einer besaß, das man aber samt Fuhrunternehmer Emil Schmidt (oder Dau, Meitzel, Julius Nitz) anmieten konnte. Der Wuhrberg hatte für alle eine besondere Anziehungskraft.
Geschichtliche Eckdaten
1124/25 1. Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg. Bekehrung der heidnischen Pomoranen zum Christentum. Mit Schwerpunkt Ostpommern erreichte Otto Cammin, Colberg und Belgard. Der Polenherzog Boleslaw III. hatte militärischen Einfluss auf das Land der Pomoranen gewonnen, doch fanden sich keine polnischen Priester für eine Christianisierung der Pomoranen. Daher die Bitte und der Auftrag des Herzogs an Otto von Bamberg zur Bekehrung. Kaiser Heinrich V. und Papst Kalixt II. stimmten dem Auftrag zu.
1128 2. Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg mit Schwerpunkten Wollin, Stettin und Vorpommern. Mit dem Christentum kamen deutsche Geistliche, Städter, Edle und Bauern in das Land, ganz im Sinne der pomoranischen Fürsten. Die deutschen Ankömmlinge verfügten über moderne technische und organisatorische Mittel und übernahmen die wirtschaftliche Initiative. Die Ostsiedlung war ein wirtschaftlicher Vorgang, mit dem die Landesherren durch eine Verbesserung der Agrarstruktur höhere Einkünfte anstrebten. Im Verlauf des Mittelalters wurde das Land der Pomoranen zu einem deutschen Land. Die Ostsiedlung lief im wesentlichen friedlich ab. Die einwandernden Siedler verschmolzen mit den Slawen und bildeten den neuen deutschen Stamm der Pommern. Die Ostsiedlung hatte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt und ebbte im 14.Jahrhundert ab.
1266 Gründung der Stadt Köslin, bewidmet mit lübischem Recht 1340 Gründung der Stadt Bublitz, zu lübischem Recht bewidme 1872 Bublitz wird ab 1.September Kreisstadt Gründung der Bublitzer Kreiszeitung, Redaktion und Verlag W. Keimling 1879 Errichtung eines Krankenhauses mit t6 Betten 1885 Fertigstellung einer neuen Schule (die spätere Mittelschule) 1886 im April. Einzug in die neue St.-Johannis-Kirche 1888 Gründung der Kreissparkasse 1904 Inbetriebnahme der Kleinbahn Bublitz-Köslin 1908 Das neue Rathaus wird von Stadtverwaltung und Stadtsparkasse bezogen
Das neue Kreishaus wird von der Kreisverwaltung übernommen.
1916 Die Kreissparkasse kauft am Marktplatz das Eckhaus Klindt und richtet die erforderlichen Kassenräume ein 1932 Der Landkreis Bublitz wird mit Wirkung zum 1 . September aufgelöst 1945 26. Februar. Einnahme der Stadt durch die sowjetischen Truppen
ersten 2 Texte >Spaziergänge durch Bublitz< Copyright 1997 Heimatgruppe Bublitz Stadt und Land
|
|
|
|
1987 Aufbruch zu einem Ausflug ins Ungewisse!
Lange haben mein Vater und ich überlegt ob wir fahren sollen oder nicht.
Nun es war damals keine einfache Entscheidung, erst durch die DDR dann über die polnische Grenze und das alles mit einem Tagesvisum für Polen. Es war noch sehr früh als wir den BMW vor unserem Haus den Schlüssel ins Schloss steckten, um ein Abenteuer in die Vergangenheit zu unternehmen. Wir fuhren dann von West-Berlin aus erst mal in die falsche Richtung denn damals gab es noch die Mauer und dadurch waren etwa 200 KM Umweg fällig. Unfreundlich wurden wir an der ehemaligen Grenze zur DDR empfangen „wat wollen sie denn in Polen“ Ja was wollen wir dort ein Stück von der Vergangenheit holen, ein Stück Gewissheit oder einfach nur Neugier? Es war die Sehnsucht nach der Heimat, die uns durch die Erzählungen der Vorfahren immer in Erinnerung war. Ich kann mich noch erinnern wie meine Tante Bülow und meine Oma immer wieder von Bublitz erzählen mussten und obwohl ich vorher noch nie da war, bekam es für mich einen heimischen Bezug. Wie natürlich klingen heute für mich Namen wie Fuhrmann, Seydel, Nitz, Kolterjahn. Auch Hotel von Gross oder die Gozelquelle haben einen engen Bezug. Ich glaube ich bin wohl mit Bublitz groß geworden, mit den Geschichten, mit den Liedern der Freud und dem Leid.
Das Pommernlied konnte ich glaube ich noch vor dem Hänschenklein!
Ja meine Oma war ständig daheim... und wenn die eine oder andere Tante dabei war verwandelte sich deren Sprache schon mal ins Platt““ Nun ja --- nach ca. 2 Stunden waren wir endlich an der polnischen Grenze. Die Polen waren dann auch etwas verdutzt das Auto leer (man sagte uns wir sollen bloß nichts mitnehmen) zwei Männer auf dem Weg nach Bublitz ??? Nach weiteren 1,5 Stunden war es dann endlich so weit, erst ein Stück Autobahn dann immer an der Ostsee lang und dann die Straße Richtung Bublitz .
Ich konnte die Nervosität bei meinem Vater spüren je näher wir kamen je ruhiger wurde es im Auto.
Und dann auf einmal wir fuhren gerade durch eine leichte Anhöhe tauchte wie aus dem Nichts die Kirchturmspitze auf. Mein Vater sagte sofort „da ist Sie“ ich saß etwas verdutzt am Steuer müde von der Fahrt und habe nur gefragt „wer“! Ich merkte dann aber sofort das sich mit jedem Meter den wir uns näherten die Zeiger der Uhr etwas zurückdrehten!!! Wir fuhren dann bis zum Marktplatz und stiegen aus. Ein paar Polen standen auf dem Platz und schauten auf mein Auto und auf die zwei etwas müden Gestalten, die sich erstaunt umsahen. Teile des Platzes sehen genauso aus wie mein Vater Sie verlassen hatte aber der größte Teil war einfach weg. Auf der anderen Seite der Kirche war eine Kaufhalle hochgezogen – das waren damals alles tolle Geschäfte........... Ja damals war am Markt alles voll mit Geschäften, jedoch muss man wissen, das die Russen damals südöstlich nach Bublitz einmarschiert sind. Die müssen so eine Wut im Bauch gehabt haben das alles platt gemacht wurde, was sich in den Weg stellte. Und somit war der Widerstand, der sich zurückziehenden, deutschen Truppen und der versprengten Reste, die noch an den Endsieg glaubten, ein schnell überwundenes Hindernis. Bublitz war seinerzeit eine schöne Stadt, die ein pulsierendes Leben hatte und in der der Handel für viele kleine Bauern erst zu einem erträglichen Leben führte. Man hat hart gearbeitet aber auch oft gefeiert. Wenn das Land rings um Bublitz heute noch zu Deutschland zählen würde, wäre es sicher heute noch die Kornkammer Deutschlands. Weite Flächen kostbarer Ackerboden liegen jedoch heute ungenutzt herum. Der Bublitzer als solches war ein geprägter Mensch, ich kann fast mit Bestimmtheit sagen das die Nachkommen der Bublitzer heute noch erkennbar sind. Sie haben Stolz und nehmen das Leben gerne kraftvoll in die Hand, um es für Ihren Nutzen zu formen. Manchmal können wir jedoch auch etwas rechthaberisch wirken, verteidigen wir doch all zu gern das wofür wir stehen und haben wir uns einmal für einen Weg entschlossen dann sind wir geradezu stur wie ein alter Esel und gehen den Weg auch wenn er noch so steinig ist zu Ende. Nun wir sind glaube ich damals wie die Gestörten durch Bublitz gerast aber es war keineswegs einfach die Dinge zu ordnen, immerhin waren ja für meinen Vater fast gute 45 Jahre dazwischen. Wir fanden den alten Friedhof “also den der Bublitzer” heute gibt es direkt nebenan einen Neuen für die Polen. Ja da lagen sie die großen und die kleinen Vorfahren, begraben und mit Unkraut übersät alles glich einem verwildertem Dornröschengarten... es war ein trauriger Anblick, darum verließen wir den alten Friedhof schnell und gingen zum Bahnhof. Früher gab es hier ein Bahnhofsviertel aber nun musste man schon lange schauen, um etwas zu lokalisieren. Ja es ist uns dann klar geworden dort wo einst mein Vater als Kind durch die Straßen lief und rechts und links Interessantes zu sehen bekam, da hat der Krieg, selbst nach all den Jahren nur seine kalte Fratze hinterlassen! Was von Bublitz übrig blieb, ist ein zersprengter Haufen aus alten und neuen Häusern, deren Zusammenhänge nicht mehr bzw. nie mehr zu finden sind. Es ist ruhig geworden fast keine Seele auf dem Platz, der früher von Reisendenden und Einheimischen gefüllt war. Nachdenklich verließen wir den Markt um Richtung Stadtwald zu fahren ein paar hundert Meter nach Süden. Da war Sie die Straße, die mein Vater jeden Morgen lief. Jeden Stein hätte er hier erkannt jedoch erschien es ihm heute ebenso fremd wie der Stadtkern. Aber dann kamen wir an einen kaum noch sichtbaren Abzweig, rechts ein kleiner eingtrockneter Tümpel.... aber wo ist das Haus in dem er mit seiner Familie gelebt wo die Häuser der Nachbarn??? Unsere Blicke wanderten so schnell suchend über das Land das wir erst 10 Minuten später merkten, das zwischen den verwilderten Feldern Reste von Grundmauern rausschauten!! Nun konnten wir es ordnen da war das und hier war dies und dann ergab sich bei meinem Vater auch wieder ein Bild. In den Familienbildern findet Ihr ein Bild zu der Lokation es ist das mit den Höfen Schneider, Nitz, Dumke!!
So nun war mein Vater nach all den Jahren wieder einmal zu HAUSE .....
Ich glaube erst die Reife die ich heute ca. 15 Jahre nach unserer Fahrt habe, lassen mich erahnen was es für ihn bedeutet hat der Kindheit noch einmal so nahe gekommen zu sein. Welche Schicksale hat es doch hier gegeben in dieser trotz Krieg und brachliegenden Häusern, von Schönheit geprägten Landschaft. Ringsherum die Wälder die leichten Höhen, es ist schön sich hier umzusehen. So sprach auch Christian Stetter in einer Mail an mich, bevor er mir die Bilder vom Teil 2 Neu zuschickte! Bis in dir ich wieder finde meine Ruh', send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu ! So heißt es im Pommernlied, welches meine Oma so oft sang, während ich als Kind auf der Arbeitsplatte der Küche saß. Es war die große Sehnsucht, die sie so schön davon singen ließ. Es waren all die Schmerzen über das Unheil das der Krieg Ihr 2 mal brachte, es waren die Träume und die Erinnerungen an all das Schöne, das Sie in und um Bublitz erlebt hatte. Es waren die Verwandten, die Freunde und Bekannten die Sie herbeisang. Nun in Bublitz war Sie nie wieder und es ist gut so, Sie hat Ihr Bublitz in Ihrem Herzen so festgehalten, wie Sie es am letzten Tag verlassen hat. Friedlich und still ist Sie damals fort und glaubte doch bald wieder zu kommen, jedoch hat Ihr da der Krieg einen Strich durch die Rechnung gemacht. Lebendig sind heute noch die alten Geschichten von Dumke, Nitz und den vielen Andern, die Sie immer wieder erzählte. Als wäre es gestern gewesen erzählte Sie oft vom Vergnügen in Bublitz, vom Markt, vom Tanz bei Kolterjahn, von den Freundinnen und Ihren Streichen. Sie hat mir so viele Geschichten erzählt, das ich es mir gut vorstellen kann wie es einst dort war. Der Krieg fand in Ihren Erzählungen keine Geschichte er hatte keinen Platz, Sie hat ihn verdrängt, nachdem er Ihr alles Gute nahm. Vielleicht wäre Sie heute etwas stolz auf mich, das ich hier am Computer sitze und über Bublitz schreibe und diese Seiten im Internet erschaffen habe, leider ist Sie 1990 im Alter von 85 Jahren gestorben!
Die Geschichte geht bald weiter Gruß an alle Leser
von Jürgen Krupatz
|
|
|
 |
|
|